Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) gehören zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für angeborene Entwicklungsstörungen. Im Gegensatz zu einigen anderen Beeinträchtigungen ist FASD nicht heilbar und begleitet die betroffenen Kinder ein Leben lang.
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine Alkoholmenge, die für die Entwicklung des ungeborenen Kindes als sicher gilt. "Deshalb empfehlen wir, während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken - idealerweise bereits ab der Empfängnis, also schon bevor ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt", betont Tania Séverin, Direktorin von Sucht Schweiz.
Sucht Schweiz hat die Website schwangerschaft-ohne-alkohol.ch umfassend aktualisiert. Sie bietet verständliche, wissenschaftlich fundierte Informationen für eine alkoholfreie Schwangerschaft sowie Antworten auf häufige Fragen von werdenden Eltern und Fachpersonen. Darüber hinaus finden sich hier zuverlässige Informationen bei Verdacht auf eine Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD).
Die allermeisten Frauen trinken nach bestätigter Schwangerschaft keinen Alkohol mehr. In einer Umfrage von Sucht Schweiz mit über 800 Schwangeren gab jedoch fast jede zweite Frau an, zwischen der Empfängnis und der Schwangerschaftsbestätigung Alkohol getrunken zu haben. Sucht Schweiz plädiert für ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung eines alkoholfreien Starts in die Schwangerschaft, denn schon in dieser frühen Phase kann Alkohol die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen.
Die Verantwortung liegt nicht allein bei den werdenden Eltern, sondern betrifft das gesamte soziale Umfeld. Da viele Schwangerschaften erst einige Wochen nach der Empfängnis festgestellt werden, ist es wichtig, bei ausbleibender Regelblutung oder einem möglichen Schwangerschaftsverdacht den Alkoholverzicht mitzudenken. Wer sich ein Kind wünscht, sollte bereits in der Phase der Schwangerschaftsplanung und somit vor der Empfängnis auf Alkohol verzichten. So können ungeborene Kinder in den ersten Wochen ihrer Entwicklung vor vermeidbaren Beeinträchtigungen geschützt werden.
Trinkt eine schwangere Frau Alkohol, gelangt dieser über die Plazenta direkt zum ungeborenen Kind. Das Baby erreicht dabei nahezu die gleiche Alkoholkonzentration im Blut wie die Mutter. Anders als Erwachsene kann das ungeborene Kind Alkohol nur sehr langsam abbauen, da sein Stoffwechsel noch nicht vollständig entwickelt ist. Dadurch bleibt Alkohol deutlich länger im Körper und kann die Entwicklung der Organe - insbesondere des Gehirns - beeinträchtigen. Alkoholkonsum kann in jeder Phase der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben.
In der Schweiz kommen jährlich geschätzt über 1'700 Kinder mit Fetalen Alkohol- spektrumstörungen (FASD) zur Welt. Diese können u. a. zu Gedächtnis- und Lernproblemen, psychomotorischen Störungen, Schwierigkeiten beim Sprachverständnis oder in sozialen Beziehungen führen. Schwere Formen von FASD erfordern oft eine umfassende Unterstützung im Alltag.
Weiterführende Links
Die Website Schwangerschaft-ohne-alkohol.ch sensibilisiert über die Gesundheitsrisiken und über Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD). Sie verrät, wie werdende Eltern die Schwangerschaft alkoholfrei gestalten können und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Ein übersichtliches Faltblatt gibt Schwangeren und ihrem Umfeld Tipps, die dabei helfen, auf Alkohol zu verzichten.
Aus der Reihe Im Fokus behandelt eine Dokumentation das Thema Alkohol und Schwangerschaft.
Der Dachverband FASD Schweiz bietet Informationen, Adressen von Fachberatungs- und Diagnosestellen für Personen mit Fetaler Alkoholspektrumstörung (FASD) und ihre Angehörigen an.
Pressekontakt:
Monique Portner-Helfer,
Mediensprecherin
mportner-helfer@suchtschweiz.ch
Tel.: 021 321 29 74
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Sucht Schweiz / Addiction Suisse / Dipendenze Svizzera
Sucht Schweiz will Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen und Verhaltensweisen mit Suchtpotenzial verhindern oder vermindern.
Wir fördern die gesellschaftliche Debatte im Suchtbereich. Wir entwickeln und verbreiten wissenschaftliche Erkenntnisse, die es erlauben, die zugrundeliegenden Probleme zu verstehen, ihnen vorzubeugen und angemessen zu begegnen. Wir setzen uns für wirksame Massnahmen und politische Rahmenbedingungen zur Problemreduktion ein. Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt. Dabei kombinieren wir Massnahmen der Suchtprävention und der Gesundheitsförderung.
Wir unterstützen all jene mit besonderen Risiken – Kinder und Jugendliche sowie Menschen in kritischen Lebensphasen. Betroffenen und Nahestehenden stehen wir informierend, beratend oder finanziell zur Seite.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Sucht Schweiz (Firmenporträt) | |
| Artikel 'FASD Awareness Day vom 9. September - Für eine alkoholfreie Schwangerschaft ab d...' auf Swiss-Press.com |
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