Von 3 Millionen untersuchten Jobs weisen 28% der Profile eine hohe KI-Exposition auf. Das bedeutet, dass Künstliche Intelligenz die Arbeit und einen Grossteil der typischen Aufgaben in diesen Jobs stark verändert. Das zeigt die einstAIn-Analyse, getragen von Angestellte Schweiz und Kuble - House of Intelligence.Die Analyse macht deutlich: Die KI-Revolution trifft nicht zuerst die Fabrikhalle, sondern das Büro.
Im Berufsfeld Administration und Verwaltung entfallen fast alle der untersuchten Berufe auf die Kategorie mit hoher KI-Exposition. Im Bereich Finanzen und Recht sind es 72 Prozent. Demgegenüber weisen Handwerk und Bau praktisch keine KI-Exposition auf, während Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe ebenfalls geringer betroffen sind. Erste Studien aus der Schweiz zeigen zudem, dass in Berufsgruppen mit hohem KI-Einfluss die Zahl der Jobsuchenden stärker steigt, im Vergleich zu denjenigen, die nicht davon betroffen sind.
Exposition bedeutet nicht Stellenabbau
Die Analyse zeigt, in welchen Berufen KI Aufgaben übernehmen oder beschleunigen kann. Ob KI zu Wachstum oder Stellenabbau führt, hängt entscheidend von der Nachfrage und den strategischen Entscheidungen von Unternehmen und Politik ab.
In Branchen mit wachsender Nachfrage kann höhere Produktivität zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen. In Bereichen mit stabiler Nachfrage kann dieselbe Entwicklung zu einem geringeren Personalbedarf führen.
Der Engpass ist nicht die Technologie
Die grösste Herausforderung für den Schweizer Arbeitsmarkt liegt nicht in der Technologie selbst. Sie liegt in der Geschwindigkeit, mit der Unternehmen, Bildungssystem und Arbeitskräfte neue Kompetenzen aufbauen.
Wer KI lediglich zur Kostensenkung nutzt, erzielt kurzfristige Effizienzgewinne. Wer KI nutzt, um neue Dienstleistungen, Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln, schafft zusätzliche Wertschöpfung und neue Beschäftigungsmöglichkeiten.
KI wird zur demografischen Notwendigkeit
Die Schweiz steht gleichzeitig vor einer historischen demografischen Herausforderung. Zwischen 2023 und 2029 erreichen - oder haben erreicht - rund 788'000 Personen das Pensionsalter. Im gleichen Zeitraum treten nur rund 640'000 junge Menschen in den Arbeitsmarkt ein. Damit droht eine Lücke von rund 148'000 Arbeitskräften.
Höhere Produktivität ist deshalb nicht nur eine Chance, sondern eine Voraussetzung dafür, dass die Schweiz ihren Wohlstand und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern kann.
Die Schweiz braucht mehr KI- Qualifizierung
Die Technologie ist vorhanden. Entscheidend wird sein, wie schnell Millionen von Arbeitsstunden in Büros, Verwaltungen und Dienstleistungsberufen nicht nur produktiver, sondern wertschöpfender gestaltet werden können. Die Analyse zeigt darum eine klare Priorität: Die Schweiz braucht eine breit angelegte KI-Qualifizierungsoffensive.
Über 80 Milliarden Franken Lohnsumme stehen heute alleine bei den 86 untersuchten Berufen im Einflussbereich von KI. Ob daraus mehr Wohlstand oder mehr Verunsicherung entsteht, entscheidet sich nicht in den Algorithmen, sondern in den Entscheidungen von Unternehmen, Politik und Bildung.
Basierend auf der Studie von Eloundou et al. (2024, Science) und adaptiert auf die heutige Entwicklung zeigt dieses Dashboard die KI-Exposition von 86 Schweizer Berufsgruppen auf. Der Expositionswert misst, in welchem Ausmass berufliche Tätigkeiten durch Large Language Modell (LLM)-gestützte Systeme beeinflusst werden können. Über die Suchfunktion können einzelne Berufsgruppen gezielt ausgewählt werden. Zudem ermöglicht das Dashboard, den durchschnittlichen Lohn pro Beruf zu analysieren, um potenzielle Einfluss infolge des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz abzuschätzen.
Zitate
Alexander Bélaz, Präsident Angestellte Schweiz:
"Angestellte dürfen in der KI-Transformation und der Umschulung nicht allein gelassen werden. Produktivitätsgewinne aus KI müssen auch dort ankommen, wo Arbeit neu organisiert wird. Wir setzen uns für einen fairen Übergang ein, mit Weiterbildungspfaden und gemeinsam getragener Verantwortung von Unternehmen, Sozialpartner*innen, Forschung und Politik."
Dominik Blunschy, Nationalrat und Advisor Digital Business & Innovation, ti&m:
"Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt nicht irgendwann, sondern bereits heute. Entscheidend ist, dass wir diesen Wandel nicht als reine Sparübung verstehen, sondern als Chance für mehr Produktivität, Innovation und Wertschöpfung. Dafür braucht es eine breite KI-Qualifizierung, damit Arbeitnehmende den Wandel aktiv mitgestalten können."
Patrick Chuard-Keller, Chefökonom Schweizerischer Arbeitgeberverband:
"Dass viele Berufe stark von KI betroffen sind, bedeutet nicht automatisch Stellenabbau. Für die Unternehmen steht im Vordergrund, wie sie dieses Potenzial für Wachstum und neue Tätigkeiten nutzen können."
Roger Oberholzer, Partner und Academy-Lead, Kuble - House of Intelligence:
"Die Mitte des Schweizer Arbeitsmarkts muss sich am schnellsten neu erfinden. In unseren Weiterbildungen sehen wir täglich, wie mit KI Innovationspotenzial freigesetzt werden kann, wenn Unternehmen sie nicht nur als Sparübung verstehen, sondern als Möglichkeit für neue Dienstleistungen und Produkte. Das ist die unternehmerische Weichenstellung, die jetzt notwendig ist."
Über einstAIn
"einstAIn" ist die Denkfabrik für die Zukunft der Arbeit im Zeitalter von KI. Initiiert von Angestellte Schweiz und Kuble - House of Intelligence, dient "einstAIn" als Dialogplattform, die Unternehmen, Arbeitnehmende, Forschung und Politik vernetzt. Ziel ist es, den durch KI getriebenen Wandel der Arbeitswelt aktiv, fair und nachhaltig zum Vorteil aller zu gestalten.
www.einstAIn.ch
Über Kuble - House of Intelligence
Kuble übersetzt seit 2009 neue Technologien in die Praxis. Die Kuble ACADEMY vermittelt anwendbare KI- Kompetenz und hat seit 2022 über 1'000 Fach- und Führungskräfte weitergebildet. Das Team berät Unternehmen in der Transformation ins Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und bietet KI-Lösungen wie den SWISS AI DESK für mehr Wachstum, Innovation & Produktivität. Aus der Schweiz für die Schweiz.
www.kuble.com
www.angestellte.ch
Pressekontakt:
Kuble - House of Intelligence
Roger Oberholzer | Partner & Academy-Lead
roger.oberholzer@kuble.com | +41 78 663 55 75
Angestellte Schweiz
Alexander Bélaz | Präsident
alexander.belaz@angestellte.ch | +41 79 597 73 53
Christian Vogt | Kommunikation (Deutsch)
christian.vogt@angestellte.ch | +4144 360 11 26
Laure Fasel | Kommunikation (Französisch)
laure.fasel@angestellte.ch + 41 44 360 11 28
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Angestellte Schweiz
Unsere Mitglieder geniessen alle Vorteile einer starken Organisation. Sie sind Teil eines Netzwerkes und profitieren von unserer Kompetenz rund um Beruf und Arbeit. Wir unterstützen unsere Mitglieder bei Rechtsfragen zu Arbeit und Sozialversicherungen und in der Wahl der Weiterbildung. Sie erhalten Zugang zu einem umfassenden Rechtschutz und attraktiven Kollektivverträgen für Finanz- und Versicherungsleistungen. Spannende Eventreihen, Pitch-Formate und Publikationen führen sie an den Puls der Arbeitswelt.
Als Sozialpartner stehen wir für faire Arbeitsbedingungen, Verlässlichkeit und Transparenz. Zur Durchsetzung unserer Anliegen vernetzen wir uns mit anerkannten Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Angestellte Schweiz (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Nahezu jeder dritte Schweizer Job wegen KI unter Druck...' auf Swiss-Press.com |
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