"Die Ergebnisse des Cann-L-Projekts sind sehr positiv. Wir haben nicht nur dem illegalen Markt zwei Millionen Franken entzogen und decken nun 20% des Konsums in Lausanne ab, sondern tragen darüber hinaus zum Gesundheitsschutz der teilnehmenden Personen bei", freut sich Émilie Moeschler, Stadträtin für Sport und sozialen Zusammenhalt. "Vor diesem Hintergrund danke ich den Mitgliedern des Bundesparlaments, dass sie den Entwurf des Bundesgesetzes über Cannabisprodukte wohlwollend prüfen. Denn dieser orientiert sich unter anderem an dem von uns angewandten Modell." Pierre-Antoine Hildbrand, Stadtrat für Sicherheit und Wirtschaft, fügt hinzu: "Viele Menschen stehen diesem Modell skeptisch gegenüber, daher lade ich sie ein, sich für unser Projekt zu interessieren. Neben den erheblichen Auswirkungen auf den illegalen Markt ermöglicht uns Cann-L, besser auf den Cannabiskonsum einzuwirken."
Rückläufiger Konsum
Die Cann-L-Verkaufsstelle wurde im Dezember 2023 im Zentrum von Lausanne eröffnet. Die über 1750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus. Sie waren bei der Aufnahme zwischen 18 und 79 Jahre alt (Durch-schnittsalter 36 Jahre), wobei die Mehrheit Männer (75%) sowie Personen in Beschäftigung (68%) oder in Ausbildung (11%) waren. Was den Cannabiskonsum betrifft, so konsumierten 72% seit mehr als 10 Jahren und 50% taten dies zum Zeitpunkt der Aufnahme täglich oder fast täglich.
Die Nachbeobachtung einer ersten Kohorte von 670 Teilnehmenden, die seit mindestens 18 Monaten am Projekt teilnehmen, zeigt, dass sie ihren Cannabiskonsum um durchschnittlich 20% reduziert haben. Dieser Rückgang betrifft alle Altersgruppen und ist besonders ausgeprägt bei den Personen, die am meisten konsumieren. Darüber hinaus haben rund hundert Teilnehmende Kontakt zu einem Arzt aufgenommen, um über ihren Konsum zu sprechen, und 130 haben einen Verdampfer gekauft, um zu versuchen, die Risiken zu verringern, die mit dem Cannabisrauchen im Zusammenhang stehen.
Weniger potente Produkte als auf dem Schwarzmarkt
Eine aktuelle Studie zum illegalen Markt im Kanton Waadt zeigt, dass die dort gekauften Cannabisblüten mittlerweile 14,5% THC enthalten, während das Harz im Durchschnitt mehr als 32% aufweist. In beiden Fällen sind die bei Cann-L verkauften Produkte weniger stark dosiert (im Jahr 2025 durchschnittlich 12,5% bzw. 17,5%) und den Teilnehmenden werden auch andere Produkte angeboten, die ein geringeres Risiko für die Atemwege darstellen, wie Öle oder E-Liquids.
Ein verringerter illegaler Markt und legale Einnahmen
Der Cannabisverkauf bei Cann-L deckt etwa 20% des geschätzten Konsums in Lausanne ab und hat dem illegalen Markt bereits mindestens zwei Millionen Franken Umsatz entzogen. Direkt und indirekt wurden mehrere Arbeitsplätze geschaffen, zudem flossen im Jahr 2025 mehr als 60'000 Franken Mehrwertsteuer in die Bundeskasse, während 300'000 Franken Einnahmen für lokale Präventions- oder Forschungsaktivitäten verwendet werden können.
Ein Modell für eine künftige Regulierung von Cannabis?
Cann-L setzt ein nichtprofitorientiertes, auf den Gesundheitsschutz ausgerichtetes Verkaufsmodell um, wie es auch der Entwurf des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) vorsieht, der derzeit in den eidgenössischen Räten diskutiert wird. Die Ergebnisse des Lausanner Pilotversuchs zeigen, dass diese Gesetzgebung umsetzbar ist, aber auch, dass sie Hebel bietet und Wirkungen erzielt, die das derzeitige Cannabisverbot oft nicht zulässt. "Mit Cann-L war es stets unser Ziel, die laufenden Überlegungen in Bern zu unterstützen. Deshalb laden wir die Bundesbehörden ein, unsere Ergebnisse zu berücksichtigen, um die Situation im Zusammenhang mit Cannabis in der Schweiz zu verbessern", erklärt Tania Séverin, Direktorin von Sucht Schweiz.
Ein Antrag auf Verlängerung und weiterhin offene Anmeldungen
Aufgrund der Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt haben die Verantwortlichen von Cann-L beim BAG einen Antrag auf Verlängerung bis Mitte 2029 gestellt, um weitere Aspekte im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum und dessen Regulierung untersuchen zu können. Das Projekt wird somit noch einige Jahre fortgesetzt, und die Anmeldungen bleiben für erwachsene Einwohnerinnen und Einwohner von Lausanne, die bereits Cannabis konsumieren, offen.
Pressekontakt:
Frank Zobel, Vize-Direktor, Sucht Schweiz, Tel. +41 79 859 67 21
Émilie Moeschler, Stadträtin, Direktion für Sport und sozialen Zusammenhalt,
Tel. +41 21 315 42 00
Pierre-Antoine Hildbrand, Stadtrat, Direktion für Sicherheit und Wirtschaft,
Tel. +41 79 964 27 39
Salomé Donzallaz, Leiterin Suchtbereich, Tel. +41 21 315 71 40
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Sucht Schweiz
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Wir fördern die gesellschaftliche Debatte im Suchtbereich. Wir entwickeln und verbreiten wissenschaftliche Erkenntnisse, die es erlauben, die zugrundeliegenden Probleme zu verstehen, ihnen vorzubeugen und angemessen zu begegnen. Wir setzen uns für wirksame Massnahmen und politische Rahmenbedingungen zur Problemreduktion ein. Wir engagieren uns für ein Umfeld, das den Menschen eine gesunde Lebensweise erleichtert und die individuellen Gesundheitskompetenzen stärkt. Dabei kombinieren wir Massnahmen der Suchtprävention und der Gesundheitsförderung.
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Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Sucht Schweiz (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Pilotprojekt zum nichtgewinnorientierten Verkauf von Cannabis / Projekt Cann-L: ...' auf Swiss-Press.com |
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