Im Distrikt Raphe in Südäthiopien sitzen Kinder am Strassenrand. Auf kleinen Tischen vor ihnen stehen Wasserflaschen, gefüllt mit einer gelblichen Flüssigkeit: Die Kinder verkaufen Benzin an Motorradfahrer. Ihre Motorräder haben zwar nur einen kleinen Hubraum, sichern aber den Nahverkehr und den Transport landwirtschaftlicher Produkte. Die Fahrzeuge sind oft die einzige Verbindung zwischen abgelegenen Weilern und den Märkten.
Bislang kostete ein Liter Benzin an offiziellen Tankstellen rund 130 Birr (0.66 Franken). Auf dem Schwarzmarkt lag der Preis bei etwa 200 Birr. In den vergangenen Tagen ist er laut lokalen Beobachtungen auf 350 Birr (1.77 Franken) gestiegen - ein Anstieg um rund 75 Prozent. Zum Vergleich: Der Tagelohn eines Hilfsarbeiters in Raphe liegt derzeit bei rund 300 Birr (1.52 Franken).
"Die Motorradfahrer
müssen die Spritpreise an die Kunden weitergeben", sagt Getachew Zewdu, Landesrepräsentant von
Treibstoff grösster Importposten
Äthiopien ist ein Binnenstaat. Diesel und Benzin gelangen fast vollständig über den Hafen von Dschibuti ins Land. Treibstoff ist der grösste Importposten des Landes und macht rund ein Viertel der gesamten Importausgaben aus - mit geschätzten 4.2 Milliarden US- Dollar pro Jahr. Angesichts der Lage rief Premierminister Abiy Ahmed die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Treibstoff auf. Zugleich kündigten die Behörden an, die vorhandenen Mengen vorrangig für systemrelevante Bereiche bereitzustellen. Für andere Nutzer kommt es zu erheblichen Einschränkungen.
Auch die Projektarbeit von
Die Folgen sind im Projektgebiet unmittelbar spürbar. In Raphe hat ein Grossteil der Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. "Wir wollen in diesem Jahr sechs Quellfassungen bauen, jede wird mindestens 100 Familien versorgen", sagt Getachew Zewdu. "Doch die beauftragten Bauunternehmen können derzeit weder Zement noch Sand liefern." Die Menschen sind weiter auf unsichere Wasserquellen angewiesen, mit entsprechenden gesundheitlichen Risiken - besonders für Kinder.
Leidtragende sind die Ärmsten
Auch landwirtschaftliche Massnahmen geraten ins Stocken. "Wir wollten in diesen Tagen über 60'000 Ensete-Setzlinge an 200 Familien ausgeben", sagt Zewdu. "Doch ohne Transport müssen die Familien die Pflanzen über mehrere Kilometer selbst tragen." In dem bergigen Gebiet bedeutet das eine enorme körperliche Belastung, vor allem für Frauen. Weitere Projektbausteine, etwa die Verteilung von Schafen auf Basis fairer Mikrokredite, sind ohne Transport derzeit nicht umsetzbar.
Hinzu kommt ein weiteres schwerwiegendes Problem: "Unsere Agrarberater erreichen die weit verstreuten Höfe normalerweise mit kleinen Motorrädern", sagt Zewdu. "Wenn sie zu Fuss gehen müssen, können sie nur noch einen Bruchteil der Familien betreuen." Auch Bargeld für Beschaffungen zur Projektarbeit wird zur knappen Ressource: Die nächste Bank liegt in Dilla, etwa eineinhalb Autostunden entfernt.
"Die Leidtragenden sind die ärmsten Familien", sagt Getachew Zewdu. "Unsere Unterstützung verzögert sich, und gleichzeitig verschärft sich ihre Lage unmittelbar. Ohne Transport können sie ihre Produkte nicht mehr verkaufen, während die Preise für zugekaufte Waren steigen. Das bedeutet noch mehr Mangel und Hunger."
Spendenkonto:
Postkonto 90-700 000-4
IBAN: CH97 0900 0000 9070 0000 4
Online spenden:
Für zusätzliche Informationen oder Interviews mit Experten, wenden Sie sich bitte an:
Michael Kesselring |
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Stiftung Menschen für Menschen Schweiz / Fotograf: Rainer Kwiotek
Menschen für Menschen setzt sich gegen Armut und Hunger ein. Die Stiftung wurde von dem Schauspieler Karlheinz Böhm (1928 - 2014) gegründet.
Im Geiste des Gründers schafft das Schweizer Hilfswerk Lebensperspektiven für die ärmsten Familien in Äthiopien. Ziel der Arbeit ist es, dass sie in ihrer Heimat menschenwürdig leben können.
Schwerpunkte der einzelnen Projekte sind Frauenförderung, Berufsbildung, Mikrokredite, Kinderhilfe, Familienplanung und landwirtschaftliche Entwicklung. Die Komponenten werden nach den lokalen Bedürfnissen kombiniert und mit sorgfältig ausgewählten einheimischen Partnern umgesetzt.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Treibstoffkrise wird zur existenziellen Bedrohung...' auf Swiss-Press.com |
Stadt Zofingen erneut als «kinderfreundlich» zertifiziert
UNICEF Schweiz und Liechtenstein, 30.03.2026Treibstoffkrise wird zur existenziellen Bedrohung
Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms, 30.03.2026 MSD Merck Sharp & Dohme AG, 30.03.2026
23:44 Uhr
Stau-Wahnsinn wegen Osterferien: Auf diesen Strecken brauchst du ... »
22:42 Uhr
Meghan Markles Vater (81) liebt 35 Jahre jüngere Frau »
20:22 Uhr
Elite-Hotelfachschule in Lausanne: Halten sich Studierende an den ... »
18:21 Uhr
Air-Canada – CEO tritt wegen mangelnder Französischkenntnisse ... »
16:41 Uhr
Der Iran-Krieg wirft die Schweizer Wirtschaft zurück – dennoch ... »
1664 Blanc Weizen Bier 24x33cl
CHF 23.85 statt 39.80
Coop
A. Vogel Herbamare Original 2x250g
CHF 7.60 statt 9.50
Coop
Aigle Les Murailles Chablais AOC H. Badoux
CHF 16.85 statt 22.50
Coop
Ajax Badreiniger
CHF 6.20
Coop
Ajax Blütenfest rote Blumen
CHF 3.50
Coop
Ajax Fensterreiniger Triple Action
CHF 4.50
Coop
Aktueller Jackpot: CHF 1'507'735