Gebühren für Bagatellfälle erscheinen nur auf den ersten Blick sinnvoll. Tatsächlich entlasten nicht Strafgebühren die Notfallstationen, sondern funktionierende Versorgungswege und eine gut ausgebaute Grundversorgung. H+ hofft, dass der Ständerat auf diesen schwerwiegenden Entscheid zurückkommt.
Mehr Bürokratie, kein Nutzen
Das vom Nationalrat beschlossene Instrument wird für die Spitäler vor allem mehr Bürokratie bedeuten. Die Spitäler müssen bei jedem Notfallbesuch prüfen, ob eine schriftliche Überweisung vorliegt, diese dokumentieren und an die Krankenversicherer senden. Zudem drohen höhere Kosten durch zusätzliche Abklärungen und Reklamationen. Statt einem Spareffekt kommt es somit zu weiteren Mehrkosten.
Problem liegt in der Versorgungsrealität
Hinzu kommt: Die Realität der Versorgung passt schlecht zu dieser Regelung. Gerade zu Randzeiten, an Wochenenden oder in ländlichen Regionen ist die Notfallstation oft die einzige rasch verfügbare Anlaufstelle. Mit einer zusätzlichen Gebühr werden also vor allem jene getroffen, welche in Notfallsituationen ohnehin keine Alternative haben. Zudem könnten sozial schwächer gestellte und chronisch kranke Personen von notwendigen Behandlungen abgehalten werden.
Entlastung gelingt nur mit besseren Alternativen
H+ fordert umso mehr praxistaugliche Lösungen: eine ausgebaute Grundversorgung, eine gezielte Stärkung der Hausarztmedizin und eine Notfalltriagierung im Bereich der Telemedizin. Genau dort liegt der Hebel, wenn die Spitalnotfallstationen wirksam entlastet werden sollen.
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| H+ Die Spitäler der Schweiz (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Nationalrat befürwortet Notfallgebühr: falsches Signal, falsches Instrument...' auf Swiss-Press.com |
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